Gedenken an Ferdinand "Nandl" Wenauer

Der Abwehrspieler Ferdinand "Nandl"Wenauer geboren am 26.4.1939 war mit 706 Einsätzen einer der treuesten Spielern des 1. FC Nürnberg – nur Max Morlock und Luitpold Popp brachten es auf mehr Einsätze. Er spielte viermal in der deutschen Nationalmannschaft und erkämpfte zwei Deutsche Meisterschaften, 1961 und 1968. 1962 gewann er mit dem Club den DFB-Pokal.

 

Schon in der Jugend war „Nandl“ – wie Ferdinand Wenauer gerufen wurde – als Stopper in der Abwehr eine Klasse für sich. Für sein hartes Einsteigen war er besonders bekannt, und wurde deswegen auch oft ermahnt. Dabei trug er beim Straßenfußball nicht einmal Schuhe. Er berichtete später: „Das glaubt einem heute gar keiner mehr, aber es war tatsächlich so, dass ich von April bis November barfuß herumstolzierte.“ Als aktiver Fußballer trug Wenauer jedoch immer Fußballschuhe. Er war ein echter Athlet, sein Spiel bestach durch seinen guten Überblick. Meist stoppte er den Ball bereits kurz hinter der Mittellinie und

leitete den Gegenangriff ein. In der Abwehr war er Führungsspieler und organisierte das Zusammenspiel. In der Regel stieg er

gegen seine Gegenspieler hart ein, blieb aber immer fair, indem er den Ball vor dem Gegner berührte.

 

Sein wahrscheinlich größter Tag, war der 24. Juni 1961. Er war soeben Deutscher Meister geworden, hatte für sein überragendes Spiel sehr gute Kritiken bekommen und beim Festbankett erfuhr er von der Geburt seines Sohnes Ferdinand junior. Dass er sich während des Spiels das Nasenbeingebrochen hatte, geriet zur völligen Nebensache.

 

Ohnehin war Wenauer ein echter Cluberer, hielt dem 1. FCN in zwölf Jahren aktiver Zeit immer die Treue. Anfang der 1960er Jahre machte Real Madrid ihm ein Angebot, Nachfolger des großen uruguayischen Stoppers José Santamaría zu werden. Wenauer lehnte ab und äußerte sich später: „Ich hatte einfach nicht den Mut und den nötigen Biss! Und als Nürnberger hängt man ebenam Club.“

 

Nachdem er die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, widmete sich Wenauer seinem Schreibwarengeschäft in der Äußeren Laufer Gasse. Der Nürnberger Nationalspieler wurde nur 53 Jahre alt – er starb am 27. Juli 1992 an Herzversagen.

Im Max Morlock Stadion wurde der Block 17 c nach ihm benannt.

 

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