Willkommen bei der Rot-Schwarzen Hilfe

Polizeiliche Fehldeutung eines Transparents führt beinahe zu Haftstrafe – warum Polizeibeamte besser nicht als Dolmetscher arbeiten sollten (Fri, 09 Feb 2018)
  Der Vorfall, über den wir berichten, liegt schon geraume Zeit zurück und betraf die Fanszene von Schweinfurt 05 . Dennoch ist er zu markant, um ihn unerwähnt zu lassen. Ausgangspunkt ist – wie so oft in Fußballsachen – ein hoch gehaltenes Banner, dessen Text gewissen Kräften nicht passte: „chuj w dupę policji” stand da zu lesen. Anlass für das Banner war ein Vorfall aus dem Nachbarland Polen, wo kurz zuvor ein junger Fan namens Dawid durch ein Gummigeschoss der Polizei zu Tode gekommen war. In vielen Stadien Europas wurde daraufhin durch ähnliche Spruchbänder Protest an der zunehmenden Enthemmung der Polizei gegenüber Fußballfans insgesamt, in diesem speziellen Fall aber ausdrücklich bezüglich der polnischen Polizei, bekundet. Grundsätzlich wäre das Transparent ja nun unproblematisch. Denn wen sollte ein in polnischer Sprache gehaltenes Schriftstück schon stören?! Dabei hatte man allerdings nicht mit der Findigkeit eines ortsansässigen Szenekundigen Beamten (SKB) gerechnet, wenn es darum geht, Straftaten im Stadion zu verorten und zur Anzeige zu bringen.  Obwohl dem SKB ein einfacher Blick in naheliegende Quellen (z.B.https://en.wikipedia.org/wiki/CHWDP) gezeigt hätte, dass das Transparent ganz zweifelsfrei die (polnische!) Polizei als Institution meinte, interpretierte er offenbar den Inhalt ohne genaue Überprüfung seiner Thesen. 
>> Mehr lesen

Pressespiegel vom 01.02.2018 (Thu, 01 Feb 2018)
  Nordbayern: Vorfall nach Clubspiel: Verfahren gegen Polizisten eingestellt Fanhilfe Mönchengladbach: Öffentlichkeitsfahndung betrieben, Leben auf den Kopf gestellt – Verfahren eingestellt! Fanzeit: FCM verhängt Stadionverbote nur noch nach Anhörung
>> Mehr lesen

Pressespiegel vom 25.01.2018 (Thu, 25 Jan 2018)
  Fanhilfe Mönchengladbach: Polizeiliche Einstufung des Stadionparkplatzes P4 in einen „gefährlichen Ort“
>> Mehr lesen

Pressespiegel vom 19.01.2018 (Fri, 19 Jan 2018)
  Fanhilfe Hannover: Bundesverwaltungsgericht stärkt Fan- und Bürgerrechte: SKB-Datei rechtswidrig? Giga: WhatsApp-Spionage bei Android: So liest die Polizei deine Chats und macht Selfies Faszination Fankurve: Gefängnisstrafe wegen nicht eingehaltenem Stadionverbot
>> Mehr lesen

Derby mit Mottofahrt 2013 und seine Nach- und Auswirkungen (Wed, 10 Jan 2018)
  Die Mottofahrt vom 13.04.2013 nach München zum Derby endete für einige Nürnberger alles andere als lustig. Zur Erinnerung: Die Nürnberger Fanszene traf sich an einer Münchner U-Bahnstation, um gemeinsam zum Münchner Stadion zu fahren. Dort warteten starke Polizeikräfte die bereits im Vorfeld mit Einsatzwägen und Absperrungen, einen Anreiseweg für die Nürnberger präpariert hatten - und die Nürnberger liefen genau diesen Weg, wie er von der Polizei angewiesen wurde. Umso erstaunlicher, dass die Münchner Polizei später von einer angeblich „neuen Dimension der Gewalt“ sprach, die sich an diesem Tage ereignet haben soll. Ein regelrechter Aufschrei in den Medien war die Folge. Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte kritisierte die Reaktionen und das Verfahren deutlich: „Es geht in diesem Verfahren scheinbar nicht mehr um die Sache selbst, das Verfahren hat sich verselbständigt und ist mehr und mehr zu einem Politikum geworden.“  Auch die Rot-Schwarze Hilfe prangerte den „misslungenen Polizeieinsatz“ scharf an:  „Die Polizei, die für die Trennung der Fans verantwortlich war, hat auf ganzer Linie danebengegriffen.“  
>> Mehr lesen

Pressespiegel vom 26.12.2017 (Tue, 26 Dec 2017)
  Fanhilfe Hannover: Fanhilfe Hannover leitet Schritte gegen erfolgte Telefonüberwachung und Observation von Fußballfans ein
>> Mehr lesen

Recht und Gerechtigkeit? - Sind zwei Paar Stiefel! (Sun, 10 Dec 2017)
  Wie regelmäßig besuchte RSH-Mitglied Ingo Igel (Name von der RSH geändert) Mitte letzten Jahres ein Auswärtsspiel des Vereins seines und unserer Herzen, des 1. FCN. Zu besonderen Vorkommnissen kam es dabei für ihn nicht. Umso größer war seine Verwunderung, als er einige Zeit später eine Vorladung zur Beschuldigtenvernehmung im Briefkasten vorfand. Trotz zahlloser Stadionbesuche hatte Ingo sich noch nie etwas zu Schulden kommen lassen, auch bei diesem Spiel nicht. Wie es dazu kommen konnte, dass er plötzlich Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren war, ist ihm daher völlig schleierhaft gewesen. Doch damit noch nicht genug: Er erhielt kurz darauf auch noch ein bundesweites Stadionverbot. Hilfesuchend wandte sich Ingo an einen RSH-Anwalt. Dieser beantragte zunächst Akteneinsicht. So kam Licht ins Dunkel: Ingo wurde vorgeworfen, dass er sich bei besagtem Spiel mittels einer Sturmhaube vermummt habe. Von Polizeibeamten sei er hierbei beobachtet und insbesondere anhand des getragenen Pullovers eindeutig identifiziert worden.
>> Mehr lesen

Pressespiegel vom 05.12.2017 (Tue, 05 Dec 2017)
  Faszination Fankurve: Wohnungen & Fanprojekt in Dresden durchsucht Faszination Fankurve: Polizei durchsuchte Fanprojekt Darmstadt
>> Mehr lesen

Richterin: „Bewähren muss man sich ohne Stadionverbot“ (Fri, 01 Dec 2017)
  Auch bei Amtsgerichten außerhalb Bayerns beantragt die Staatsanwaltschaft mittlerweile umfangreiche Stadionverbote als Bewährungsauflage. So auch im Fall eines RSH-Mitglieds, dem vorgeworfen wurde, am Rande eines Auswärtsspiels 2016 einem Polizeibeamten gegen dessen Helm einen Faustschlag verpasst und sich anschließend gegen die Festnahme widersetzt zu haben, wodurch ein weiterer Beamter verletzt worden sei. Dafür hagelte es 6 Monate Freiheitsstrafe zur Bewährung wegen Widerstand und Körperverletzung, weil der Betroffene schon mehrfach strafrechtlich aufgefallen sei. Trotz diesem harten Urteil überraschte die Richterin in diesem Verfahren. Dem behelmten Polizeibeamten zog sie mächtig den Zahn, was dessen Schmerzensgeldforderung anbetraf. Der Beamte wollte 1.200 Euro durch das Urteil bekommen, weil er Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule hatte und „am darauffolgenden Wochenende keinen Sport machen konnte“, wie der Beamte in der öffentlichen Verhandlung angab. Wie er denn auf diese Forderung gekommen sei, wollte die Richterin wissen.
>> Mehr lesen

Beim G20-Gipfel ist der Aufschrei groß, wenn es um staatliche Maßnahmen geht, die beim Fußball als gängige Praxis gelten (Mon, 20 Nov 2017)
  Es liegt zwar nun schon etwas zurück, doch das mediale Interesse und die Empörung in der Öffentlichkeit war groß, als bekannt wurde, dass einigen Journalisten nachträglich die bereits erteilte Akkreditierung entzogen wurde, um über den G20-Gipfel zu berichten.  In diesem Zusammenhang ermittelte das Bundeskriminalamt (BKA) gegen Journalisten und bediente sich zahlreicher Datensätze über (angeblich) begangene Straftaten, die jedoch teilweise Jahrzehnte alt oder sogar nachweisbar falsch waren. In den vorliegenden BKA-Akten hat man konkret bei einigen der Betroffenen Einträge zu angeblichen kriminellen Handlungen gefunden, die nach einem Verfahren vor bereits zehn Jahren eingestellt worden waren. Ganz egal also, ob schuldig oder nicht schuldig, insbesondere ohne überhaupt den Nachweis über eine Schuld geführt zu haben, blieb der Eintrag beim BKA bestehen und vermittelte in einer Vielzahl von Fällen fehlerhafte Auskünfte über die Betroffenen, weshalb der Entzug der Akkreditierungen folgerichtig in diesen Fällen unzulässig war. Darüber hinaus offenbarten die Behörden eine willkürliche Datensammelwut, wie wir sie auch aus der "Datei Gewalttäter Sport" kennen, die intransparent, fehlerhaft und aus rechtsstaatlicher Sicht höchst fragwürdig ist.
>> Mehr lesen

Hotline wieder erreichbar (Sun, 19 Nov 2017)
  Die RSH-Hotline ist ab sofort wieder erreichbar!   Die RSH-Hotline (0163-1345085) ist bei Spielen des 1. FC. Nürnbeg, den ganzen Spieltag über erreichbar! Bei Nicht-Erreichbarkeit:  Sollte die Hotline nicht erreichbar sein, so schicke eine SMS oder sprich auf die Mailbox! Es reicht, wenn ihr kurz Euren Vor- und Zunamen nennt und eine kurze Darstellung gebt, um was für eine Sache es sich handelt.  Wir rufen keinen zurück, der nur mal angeklingelt hat und dadurch seine Nummer hinterlassen hat!  
>> Mehr lesen

1312 im Stadion – Polizei setzt ein Zeichen pro Meinungsfreiheit (Sun, 12 Nov 2017)
  Was hatten wir nicht jahrelange Debatten, ob es nun eine (straffreie) Kollektivbeleidigung ist, wenn jemand mit der Abkürzung ACAB1 auf dem T-Shirt im Stadion herumläuft. Arg komplizierte, rechtliche Konstruktionen mussten herhalten, um solche nicht tolerierbaren Missetäter zu belangen. Da konstruierte man eine Zeit lang einen „abgeschlossenen Personenkreis“ der im Stadion eingesetzten Beamten. Dies geschah nur, um später sagen zu können, dass der Kreis derjenigen, die durch so ein Shirt Schaden nehmen, so begrenzt sei, dass man den Unhold für eine jetzt doch individuelle Beleidigung hinter Schloss und Riegel bringen könnte – oder zumindest mit einer Geldstrafe auf den Pfad der Tugend zurückbringt. In der Folge gab es einen nicht enden wollenden Spießrutenlauf. Immer wieder wurden neue Motive entwickelt, die eine neue Umwandlung der vier Buchstaben beinhalteten. Die Übersetzung der Buchstaben in „1312“ ist eine der bekannteren davon. Auch sie führte, weil ja jeder normale Bürger sofort die wahre Bedeutung und damit die unfassbare Beleidigung gegenüber der integren Polizei und ihrer Beamten wahrnehmen konnte, zu Anzeigen und Verurteilungen wegen Beleidigung.
>> Mehr lesen

WICHTIGE INFORMATION: Neuregelung der Zeugenpflicht trägt erste Blüten (Sun, 05 Nov 2017)
  Nachdem das Gesetz hinsichtlich der Pflicht des Erscheinens bei polizeilichen Zeugenvernehmungen geändert wurde, gibt es – wie es zu befürchten war und natürlich im Bereich Fußball – erste Berichte, die weiterhin üble Methoden befürchten lassen. Wie bereits bekannt, ist es nach der Neuregelung des § 163 Abs. 3 StPO so, dass man nunmehr zu Zeugenvernehmungen bei der Polizei erscheinen muss, wenn diese auf Anordnung der Staatsanwaltschaft erfolgen. Kommt man dem nicht nach, drohen Sanktionen, wie z.B. ein Ordnungsgeld. Freilich ist es nach wie vor so, dass man einer Vorladung zu einer Zeugenvernehmung, die rein durch die Polizei veranlasst wurde und nicht auf Anordnung der Staatsanwaltschaft, weiterhin nicht nachkommen muss. Leider wird von ersten Fällen berichtet, in denen Zeugen – aus welchen Gründen auch immer – einer Vorladung durch die Polizei nicht nachgekommen sind. Wenn man nun glaubt, dass dann ein nächster Schritt wäre, dem Zeugen eine weitere Ladung zu senden, welcher zufolge eine staatsanwaltliche Anordnung zugrunde liegt, verkennt man den (zumindest teilweisen) Umgang der Ermittlungsbehörden mit gesetzlichen Regelungen. 
>> Mehr lesen